Impressionen

Der Ex-Kommissar Robert Grenfeld ermittelt im Berlin Mitte der 20er Jahre, einer Welt voller Gegensätze. Reichtum, Fortschritt, Gigantomanie und Ausgelassenheit auf der einen Seite. Armut, Verwahrlosung und eine traumatisierte Gesellschaft auf der anderen. An der Peripherie haben sich die Filmstudios niedergelassen und produzieren am laufenden Band für gigantische Filmpaläste.
Die Zirkusunternehmen konkurrieren mit Varietés, Tanzpalästen und dem Rundfunk. Längst bieten sie ihrem Publikum aufregende Blogbuster, die Manege wird zur Filmkulisse, Flugzeuge ziehen Werbebanner hinter sich her. Die vier Millionen Stadt wird lauter, hektischer und größer. Der Automobilverkehr nimmt zu. Die erste Verkehrsampel am Potsdamer Platz wird aufgestellt. Dada und Expressionismus sind out, die Neue Sachlichkeit in, alles ist im Umbruch. Die Republik: angreifbar, ungeliebt, verletzlich.
Man muss sie verteidigen. Noch ist nicht entschieden, wohin das Pendel ausschlägt.

Berlin

Die Stimmen der Autos wie Jägersignale
Die Täler der Straße bewaldend ziehn.
Schüsse von Licht. Mit einem Male
Brennen die Himmel auf Berlin.

Die Spree, ein Antlitz wie der Tag,
Das glänzend meerwärts späht nach Rettern,
Behält der wilden Stadt Geschmack,
Auf der die Züge krächzend klettern.

Die blaue Nacht fließt in der Forst.
Sie fühlt, geblendet, daß du lebst.
Schnellzüge steigen aus dem Horst!
Der weiße Abend, den du webst,

Fühlt, blüht, verblättert in das All.
Ein Menschenhände-Fängen treibst du
Um den verklungnen Erdenball
Wie hartes Licht; und also bleibst du.

Wer weiß, in welche Welten dein
Erstarktes Sternenauge schien,
Stahlmasterblühte Stadt aus Stein,
Der Erde weiße Blume, Berlin.

Paul Boldt, 1914 (Gedichtband: Junge Pferde! Junge Pferde!)

Fritz Lang

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Bundesarchiv, Bild 102-08538 / CC-BY-SA / Creative Commons / Attribution-Share Alike 3.0 Germany

Fritz Lang, Regisseur des Stummfilms "Metropolis" hier bei den Dreharbeiten zum Weltraumfilm „Frau im Mond“ im Oktober 1929. Emigriert 1933 nach Frankreich, dann nach Hollywood.

Emanuel Lasker

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Bundesarchiv, Bild 102-00457 / CC-BY-SA / Creative Commons / Attribution-Share Alike 3.0 Germany

Dr. Emanuel Lasker, 1929. Schachweltmeister über einen Zeitraum von 27 Jahren (1894 bis 1921) und damit länger als jeder andere Schachweltmeister. Der Mathematiker und Philosoph veröffentlichte 1925 sein „Lehrbuch des Schachspiels“. In Berlin hätte man ihn im Romanischen Café (Spielegalerie/1. Stock) oder im Café Austria treffen können.

Brigitte Helm

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Der Filmkurier mit Brigitte Helm auf dem Titelblatt (1930). Die Schauspielerin wird von der Ufa zunehmend für die Rolle des Vamps besetzt. Ihre Popularität nimmt stetig zu. Einstieg ihrer Karriere war aber der Film "Metropolis". Davor hatte die junge Frau keinerlei Filmerfahrung, stand nur in einem Mädchenpensionat als Laienschauspielerin auf der Bühne. 1935 zieht sie sich nach über 30 Spielfilmen aus dem Filmgeschäft und der Öffentlichkeit zurück.

Kino

Bundesarchiv_Bild_183-R96433-_berlin-_muenzstrasse-_kino.jpegBundesarchiv/CC-BY-SA-3.0-de/Creative Commons

In dieses Kino hätte Franz Bieberkopf gehen können. Es lag in der Münzstraße 8. Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" wurde zwischen 1927 und 1928 geschrieben.

Metropolis in Berlin

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Am 10. Januar 1927 war die Premiere des Films im Ufa-Palast am Zoo. Anschließend wurde er im Ufa-Pavillion am Nollendorfplatz gezeigt.

Polizeipräsidium am Alex

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Ausstellung von Diebesgut im Polizeipräsidium von Berlin.

(Bild: Bundesarchiv/ CC-BY-SA/ Creative Commons)

Friedrichstraße

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Copyright: Privatarchiv

Friedrichstraße, Ecke Leipziger (ca.1927): U-Bahn-Aufgang der Nord-Süd-Linie. Links: Gerolds Weinladen, SS-Kettenläden, Aschinger, Moka Efti